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Spiele, Videos, Links: Winter-Olympiade multimedial

Hamburg Nur noch ein Stückchen, und es ist geschafft. Doch dann passiert es: Der Bob schlingert und kippt schließlich um.

Die vier Fahrer aus Jamaika werden trotzdem zu Helden der Olympischen Winterspiele in Calgary und später des Films «Cool Runnings».

Ansehen lässt sich die Originalfahrt von 1988 heute, kurz vor dem Start der Olympiade im kanadischen Vancouver (12. bis 28. Februar), im Web. Dort ist darüber hinaus jede Menge Entscheidendes und Nebensächliches rund um die kommenden und die vergangenen Winterspiele zu finden. Und wer selbst zu einer Art Olympionik werden will, kann bei einer Reihe von Videospielen sein Glück versuchen.

Die offizielle Adresse des diesjährigen Weltereignisses lautet www.vancouver2010.com. Zu allen aktuellen olympischen Disziplinen gibt es dort ausführliche Infos - von früheren Medaillengewinnern über Videos bis zum Zeitplan der Wettkämpfe in Vancouver. Auf einer Landkarte lässt sich nachvollziehen, wo sich die Olympische Fackel gerade befindet. Der jamaikanische, inzwischen für Kanada startende Bobfahrer Lascelles Brown kommt zu Wort. Und in Clips und Minispielen haben die dieses Mal putzigen Maskottchen Quatchi, Miga und Sumi ihre Auftritte.

Wer sich weniger für Plüschtiere und stattdessen für das deutsche Team interessiert, sollte www.dosb.de/de/olympia ansurfen, die Seite des Deutschen Olympischen Sportbundes zum Ereignis in Kanada. Darauf sind die qualifizierten Sportler genannt - die der Masse bekannten Eisschnellläuferinnen um Anni Friesinger ebenso wie die Vertreter vermeintlicher Orchideen-Disziplinen wie Shorttrack und Curling.

Spätestens bei den Spielen 2002 in Salt Lake City hat sich Curling allerdings als recht fernsehtauglicher Sport erwiesen. Wer trotzdem noch keinen Schimmer von dem hat, was die Damen und Herren dabei mit ihren Feudeln anstellen, kann unter www.curlingbasics.com Nachhilfe nehmen. Betreiber Markus Sticker aus Neuss erklärt auf der Seite zum Beispiel Fachbegriffe wie den Randbeißer oder den Hackweight Takeout.

Den fast allumfassenden Rückblick auf die vergangenen Winterspiele ermöglicht www.olympic.org, die englisch- und französischsprachige offizielle Seite der olympischen Bewegung. Videos von Siegläufen und Siegerehrungen, Medaillenspiegel und kurze Porträts herausragender Sportler: Die Betreiber haben eine Menge zusammengetragen.

Eines allerdings fehlt: Ein Hinweis auf die großen Verlierer der Winterolympia-Geschichte wie Eddie «The Eagle» Edwards. Er war bei den gleichen Spielen vertreten wie die legendären Bobfahrer aus Bob Marleys Heimat - mit Sprüngen von der Schanze, die eigentlich eher Hopser waren. Wer darüber schmunzeln möchte, muss schon einen Dienst wie Youtube bemühen. Dort gibt es dann freilich auch Videos von strahlenden Siegern wie Katharina Witt zu bewundern.

Wer sich mit Fakten aus dem Netz nicht zufriedengibt und etwas in der Hand haben will, dürfte mit der Software «Die große Olympia-Chronik: Athen 1896 bis Vancouver 2010» gut beraten sein. In bewährter Weise zusammengestellt vom USM-Verlag in München, liefert die knapp 20 Euro teure DVD-ROM die vielbeschworenen Daten, Fakten und Hintergründe zur Geschichte der Spiele. Die Antike streifend, geht es über die erste Winterolympiade in Chamonix im Jahr 1924 bis zu den ersten verwertbaren Fakten über Vancouver 2010.

Während die Spielerei bei der «Chronik» in Form eines Quiz' eher netter Nebeneffekt ist, steht sie bei einigen Titeln im Mittelpunkt. Voran marschiert der Anbieter Sega mit zwei offiziell lizensierten Spielen. Das grafisch äußerst anspruchsvolle «Vancouver 2010» - Veröffentlichung am 15. Januar - kommt mit allen wesentlichen Disziplinen daher. Zu haben ist es in Versionen für die Xbox 360, die Playstation 3 und den PC.

Auch das schon vor einigen Wochen erschienene «Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen» für die Nintendo-Konsolen Wii und DS trägt die offizielle Lizenz. Hier haben die Entwickler nicht echten Sport originalgetreu um-, sondern eher auf den Spaßfaktor gesetzt. So überwinden die Figuren, mit denen sich etwa beim Snowboarden antreten lässt, schonmal die Gesetze der Schwerkraft und fliegen scheinbar durch luftleeren Raum.

Schon eher dem Vorbild verpflichtet ist «Shaun White Snowboarding: World Stage», das Ubisoft jüngst für die Wii herausgebracht hat. Das gilt schon deshalb, weil die Spieler sich dabei auf das ursprünglich für den Titel «Wii Fit» verkaufte Balance Board stellen und so tun können, als hätten sie ein echtes Snowboard unter den Füßen. Und auch «Winter Sports 2010 - The Great Tournament» von RTL Sports mit seinen acht Disziplinen von Skifliegen bis Shorttrack ist eher Simulation als schneller Spaß für zwischendurch.

Offizielle Präsenz der Spiele in Vancouver (engl.): www.vancouver2010.com

Infos zum deutschen Olympia-Team: www.dosb.de/de/olympia

Wie Curling funktioniert: www.curlingbasics.com

Präsenz der olympischen Bewegung (engl./frz.): www.olympic.org Von Florian Oertel, dpa

dpa-infocom