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Karriere ist wie Marathon: Vom Sport für den Job lernen

Köln «Dabei sein ist alles» gilt als olympisches Motto.

Für viele Sportler lautet die Devise allerdings «schneller, höher, weiter!» So ist es im Berufsleben auch: Vorgesetzte verlangen ständig mehr Leistung.

Da klingt es einleuchtend , sich an erfolgreichen Sportlern zu orientieren. Das geht, sagen Experten. Aber die Methoden lassen sich nicht eins zu eins übertragen. «Es ist immer schon so gewesen, dass man im Management geguckt hat, wie Sportler zum Beispiel mit Leistungsdruck umgehen», sagt Prof. Jens Kleinert. «Auch beim Thema Teambuilding liegt das nahe. Das ist schon eine plausible Analogie.» Zwischen Sport und Beruf gebe es viele «strukturelle Ähnlichkeiten», erklärt der Wissenschaftler von der Sporthochschule Köln.

Dass Sport und Karriere Ähnlichkeit haben, liegt auch für Slatco Sterzenbach auf der Hand. Er hat Sport studiert, ist Triathlet und berät heute Führungskräfte. «In beiden Fällen muss ich eine Vision haben. Ich muss mich fragen, was meine Methode ist und was meine Zwischenziele sind», erklärt er. Und dann zählt Hartnäckigkeit auf dem Weg, sie zu erreichen. Ganz wichtig sei in beiden Fällen die Einsicht, dass schneller Erfolg kein vernünftiges Ziel ist: «Klar kann man sagen: Ich will in vier Wochen Marathon laufen. Aber das geht nicht in Balance mit den eigenen Ressourcen.» Genau das ist nach Sterzenbachs Einschätzung aber wichtig: «Man muss schonend mit seinen Ressourcen umgehen, sich genügend Zeit lassen, aber dranbleiben.»

Jörg Löhr war ebenfalls Spitzensportler: 94 Mal spielte er in der Handball-Nationalmannschaft. Inzwischen ist er Unternehmensberater und Management-Trainer in Augsburg. Für Erfolg im Sport und in der Wirtschaft gibt es nach seiner Überzeugung vergleichbare Grundlagen: Talent, gute Vorbereitung, Teamgeist, gute Führung und Leidenschaft. Sich selbst zu motivieren, ist in beiden Bereichen unverzichtbar: Ein klares «Zielfoto im Kopf» wirke wie ein Erfolgsmagnet. Für den Erfolg sei es notwendig, sich ein Ziel zu stecken, das in überschaubarem Zeitrahmen aus eigener Kraft erreichbar ist.

Aber auch langfristige Planung ist nach Löhrs Einschätzung eine Voraussetzung für Erfolg. Dabei hilft, nicht nur an die kommenden Wochen zu denken, sondern das ganze Jahr in den Blick zu nehmen. Dazu gehören die Phasen, in denen Hochleistung gefragt ist, aber auch die, in denen Entspannung großgeschrieben wird.

Und anhaltende Erfolge sind nur durch eine langfristige Perspektive möglich. Hilfreich könne eine Ziel- und Motivationsanalyse sein, erklärt Prof. Kleinert: «Was will ich in den kommenden Wochen und Monaten erreichen, und was bedeutet es mir?» Ähnlich ist es auch bei der Karriereplanung: Für nachhaltigen Erfolg zählt, sich über die eigenen tiefergehenden Motive klarzuwerden, sagt Kleinert: «Was erfüllt mich im Job?»

Slatco Sterzenbach sieht das ähnlich: Wenn man es schafft, das zu tun, was einen erfüllt, ist das die beste Voraussetzung für Erfolg. Und dann kommt es darauf an, die eigene Leistung zu optimieren: «Ich muss meine Trainingspläne analysieren, gucken, was schiefgelaufen und was mir gelungen ist», erklärt Sterzenbach. Und auch das gehört dazu: zu akzeptieren, dass es nicht immer super läuft. «Es ist ganz normal, nicht nur perfekte Tage zu haben.»

Literatur: Georg Bachler: Spitzenleistung - Grenzerfahrungen und Erfolgsprinzipien beim Managen und Existenzbergsteigen, Redline Wirtschaft, ISBN-13 978-3636015327, 9,90 Euro; Heiner Brand, Jörg Löhr: Projekt Gold, Gabal, ISBN-13 978-3897497979, 24,90 Euro; Slatco Sterzenbach: Der perfekte Tag, Heyne, ISBN-13 978-3453121089, 19,95 Euro. Von Andreas Heimann, dpa

dpa-infocom