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Auch IBM lässt die Krise hinter sich

Armonk - Der IT-Riese IBM nährt mit guten Quartalszahlen die Hoffnung auf ein Ende der Krise. Vor allem dank eines starken Software- und Service-Geschäfts verdiente der Computerveteran im vierten Quartal 4,8 Milliarden Dollar. Das sind 9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz ging erstmals seit fünf Quartalen wieder leicht um 0,8 Prozent auf 27,2 Milliarden Dollar nach oben. Vor allem in den vier großen Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und China konnte IBM zulegen. In den Industrieländern musste der Konzern dagegen teils Abstriche machen.

«IBM profitiert weiterhin von seiner strategischen Neuausrichtung», sagte Unternehmenschef Samuel Palmisano am Dienstagabend am Sitz in Armonk (Staat New York).

Das Unternehmen, das wegen seiner Größe und seines blauen Logos auch «Big Blue» genannt wird, hat die Wirtschaftskrise von Anfang an wesentlich besser weggesteckt als die meisten anderen Unternehmen. Der einst für seine Personal Computer berühmte Konzern setzt seit langem auf die profitablere Software und auf IT-Dienstleistungen für Unternehmenskunden.

«IBM führt die Industrie aus der Rezession», urteilte ein US-Technologieanalyst. Das Geschäft mit Server-Computern hat jedoch die alten Höhen noch nicht wieder erreicht. Über die leistungsstarken Rechner aus Armonk läuft ein guter Teil des Internet-Datenverkehrs. Die PC-Sparte hat IBM hingegen schon vor Jahren an den chinesischen Konzern Lenovo verkauft.

IBM gilt wegen seiner breiten Angebotspalette als wichtiger Gradmesser für die gesamte IT-Branche. Die Zahlen bestätigen einmal mehr das Bild, das vor wenigen Tagen der Halbleiter-Primus Intel gezeichnet hatte: Die Unternehmen rund um den Globus investieren nach Monaten der Lähmung wieder in ihre Computerausstattung. Das deuten Experten als Zeichen für eine grundsätzliche Erholung der Wirtschaft.

Im Gesamtjahr konnte IBM mit einem Gewinn von 13,4 Milliarden Dollar (plus 8,8 Prozent) seine eigene Prognose übertreffen und verdiente je Anteilsschein 10,01 Dollar. In diesem Jahr soll der gute Lauf anhalten. IBM will mindestens 11 Dollar je Aktie verdienen. Trotz der Zahlen fiel die Aktie nachbörslich leicht. Experten schoben das auf die hohen Erwartungen nach den guten Intel-Zahlen in der vergangenen Woche.

IBM-Finanzchef Mark Loughridge kündigte in einer Telefonkonferenz an, dass der Wandel von IBM anhalten werde. «Wir gehen in die Bereiche, die uns den meisten Wert versprechen.» Erst Ende vergangenen Jahres hatte IBM die Statistik-Software-Firma SPSS übernommen. Der Konzern hat nun unter anderem den deutschen Mittelstand im Visier, der für IT noch vergleichsweise wenig ausgibt. Das Feld hat aber auch die Konkurrenz wie der Software-Konzern Microsoft erkannt.

Gleichzeitig will IBM die eigenen Kosten weiter drücken. Tausende Stellen sind bereits weggefallen. «Das erlaubt uns, auch mit sehr herausfordernden Marktbedingungen umzugehen», sagte Finanzchef Loughridge.

dpa-infocom