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Kleine Schritte: Gute Vorsätze im Job umsetzen

Bergisch Gladbach Alle Jahre wieder meldet sich so im November oder Dezember das schlechte Gewissen.

Es grummelt: «Nächstes Jahr muss alles anders werden.» Dann werden Vorsätze geschmiedet.

Neben Klassikern wie «Mit dem Rauchen aufhören» und «Mehr Sport treiben» gehört dazu für viele auch, im Beruf voranzukommen. Aber ohne realistische Planung sind solche Vorsätze nichts als heiße Luft. Ein Grund dafür, dass Vorsätze so selten umgesetzt werden, sind übersteigerte Erwartungen, warnt Rudolf Stroß, Psychologe aus Bergisch Gladbach. Folgende Tipps führen zum richtigen Weg:

Endlich Ordnung halten: Der Schreibtisch quillt regelmäßig über? Zum Aufräumen ist einfach nie Zeit? Ein typischer Fall von Aufschieberitis. Da hilft nur eins: Anfangen! Also: sich einmal die Zeit nehmen und Ordnung schaffen. Das klappt am besten, indem man sich einen festen Termin vornimmt, rät Stroß.

Der Jahreswechsel ist auch eine Gelegenheit, um zu entrümpeln. Dabei helfe es, den Inhalt von Schubladen in drei Kisten zu sortieren, rät die Organisationsberaterin Sophie Babendererde aus dem schleswig-holsteinischen Wohltorf. Sie tragen die Aufschrift «Brauche ich noch», «Kann weg» und «Brauche ich vielleicht noch». Die dritte Kiste kommt in den Schrank. Bleibt sie dort ungeöffnet, wird sie spätestens nach sechs Monaten komplett entsorgt.

Weniger Überstunden machen: Pünktlich gehen ist oft einfacher gesagt als getan. Am besten klappt es, wenn man sich für den Feierabend etwas vornimmt - zum Beispiel Sport. Denn dann bekommt das Kürzertreten im Job eine positive Wendung. Beschäftigte sollten sich also vor Augen halten, wofür sie sich mehr Zeit nehmen, rät die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) in Hamburg.

Weniger stressen lassen: Stress im Job ist nicht selten hausgemacht. Denn manche können einfach nicht Nein sagen. Dann sind sie immer der Dumme, an dem alles hängenbleibt. Beschäftigte müssen Kollegen aber auch mal einen Korb geben, wenn diese ihnen etwas aufs Auge drücken wollen. Dabei spielen sie am besten mit offenen Karten, wie die VBG empfiehlt. Sie erklären also, warum sie keine Zeit haben, die Aufgabe zu übernehmen.

Mehr für die Gesundheit tun: Hier empfiehlt Rudolf Stroß das Bonmot von Erich Kästner: «Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.» Das heißt: Nicht lange planen und über Diätpläne oder passende Sportarten grübeln, sondern machen. Und mit kleinen Dingen anfangen: Morgens mal Tee statt Kaffee trinken, mittags einen Salat in der Kantine bestellen, mit dem Rad zur Arbeit fahren. «Mehr Sport machen» ist laut der VBG nicht konkret genug: Besser ist es, sich zum Beispiel immer montags um 19.00 Uhr zum Joggen zu verabreden.

Gut ist auch, Kollegen bei solchen Vorsätzen mit ins Boot zu holen. «Beistand ist sehr wichtig», sagt Stroß. Wer sich in der Kantine mit einem Salatfan verabredet, hat es beim Abnehmen leichter, als wenn der Kollege immer Currywurst mit Pommes isst.

Auf der Karriereleiter vorankommen: Endlich die Weiterbildung anfangen oder Zehn-Finger-Schreiben lernen? Dabei hilft es, sich zu «committen», wie das auf Neudeutsch heißt: Als Erstes erzählen Beschäftigte ihren Kollegen von ihren Plänen. Dadurch verpflichten sie sich ihnen gegenüber, sie auch in die Tat umzusetzen. «Das erhöht den sozialen Druck», erklärt Stroß.

Literatur: Rudolf Stroß: Die Kunst der Selbstveränderung: Kleine Schritte - große Wirkung, Vandenhoeck & Ruprecht, ISBN: 978-3525404102, 16,90 Euro.

Tipps der VBG: dpaq.de/vbgtipps Große Ziele in kleinen Etappen angehen Manche Ziele scheinen unerreichbar weit. Dann führen kleine Schritte zum Erfolg. Gut sei es daher, Ziele in Etappen einzuteilen, rät der Psychologe Rudolf Stroß. Auf diese Weise stellen sich schneller Erfolge ein: Ist der erste Schritt auf dem Weg geschafft, motiviert das zum Weitermachen. Beim Hinarbeiten auf eine Beförderung oder eine Gehaltserhöhung kann das zum Beispiel das erste Gespräch mit dem Chef sein. Dann dürfen Mitarbeiter sich zumindest schon dafür auf die Schulter klopfen, die Sache ins Rollen gebracht zu haben. Von Tobias Schormann, dpa

dpa-infocom


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