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Die «Wir-Genossenschaft»: Frauen gründen Restaurant

Bad Oldesloe Früher waren sie Verkäuferin, Tischlerin, Kurierfahrerin.

Jetzt führen Ilona Martin, Bianca Behrmann, Manuela Rohne, Nicole Hagemann und Nermin Ünal das «Ernas» in der Innenstadt von Bad Oldesloe.

Mit sieben weiteren Frauen haben sie eine Genossenschaft gegründet, um sich aus ihrer Jahre langen Arbeitslosigkeit zu befreien. «Eine Wir-Genossenschaft statt einer Ich-AG - das könnte ein wunderbares Beispiel auch für andere sein», sagte die Vorsitzende der Genossenschaft, Marina Lechelt, zur Eröffnung des Restaurants.

«Hier hat jede das gleiche Mitspracherecht. Hier ist nicht eine nur fürs Spülen und die andere fürs Kochen zuständig, sondern wir wechseln uns jeden Tag mit unseren Aufgaben ab. Das macht dieses Projekt so sympathisch», sagt Manuela Rohne. Die 38-Jährige steht in der Küche und hackt verschiedene Kräuter, die sie in Porzellanschälchen füllt. «Damit können die Gäste ihre Suppen nach eigenem Geschmack würzen», erläutert sie.

Suppen, Eintopfgericht und Backkartoffeln mit verschiedenen mediterranen Beigaben stehen auf der Speisekarte des «Ernas». «Wir wollen kleine Gerichte anbieten, die wir aus regionalen Zutaten frisch zubereiten», sagt Nermin Ünal. Die Inhaberin eines kleinen Feinkostgeschäftes in Kiel ist für den Einkauf und die betriebswirtschaftlichen Abläufe des Restaurants zuständig. «Mein Einsatz hier ist aber befristet. Wenn die anderen das alleine können, ziehe ich mich zurück», sagt sie.

Entstanden sind Genossenschaft und Restaurant aus einem vom Land Schleswig-Holstein geförderten Arbeitsmarktintegrationsprojekt des Kieler «Frauennetzwerk zur Arbeitssituation». «Wir haben bislang insgesamt 25 Frauen im Bereich Ernährungswirtschaft qualifiziert, die fünf vom 'Ernas' sind Vorreiterinnen, für die jetzt das Abenteuer der eigenverantwortlichen Tätigkeit beginnt», sagte die Geschäftsführerin des Frauennetzwerkes, Marianne Kaiser, die auch im Vorstand der Genossenschaft sitzt.

«Hätte man mich früher gefragt , ob ich mir vorstellen könnte, in der Gastronomie zu arbeiten, hätte ich neingesagt. Doch nach den Vorbereitungskursen macht mir die Arbeit hier viel Spaß», bekennt Nicole Hagemann. Wie ihre Mitstreiterinnen hat die 34-jährige Tischlerin und Mutter von zwei Kindern schon in vielen verschiedenen Jobs gearbeitet und hofft jetzt auf eine dauerhafte Perspektive. Für Rohne, die schon als Floristin, Serviererin, Kurierfahrerin und Datentypistin gearbeitet hat, bedeutet das: «Ich kann mir gut vorstellen, später mal allein ein eigenes Restaurant zu eröffnen».

Informationen: Das «Ernas» hat Montags bis Freitags von 11.30 Uhr bis 15.00 Uhr geöffnet, private Feiern sind nach Absprache auch zu anderen Zeiten möglich. Von Eva-Maria Mester, dpa

dpa-infocom


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