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Olympisches Feuer flackert in Berlin

Der letzte Fackelläufer von 1936, Fritz Schilgen, entzündete die Flamme

Berlin (dpa) - Der letzte Fackelläufer von 1936, Fritz Schilgen, hat 60 Jahre nach den Olympischen Spielen von Berlin zum zweiten Mal in der deutschen Hauptstadt das Olympische Feuer entzündet (Foto). Die Flamme war am frühen Montag abend vom Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Walther Tröger, in einer Grubenlampe per Flugzeug von Frankfurt/Main nach Berlin gebracht worden.

Vom Flughafen-Tegel wurde sie dann von 28 Läufern aus fünf Berliner Sportvereinen, die Athleten in die erste deutsche Olympia-Mannschaft 1896 entsandt hatten, durch die Stadt zum Olympiastadion getragen, wo sie Schilgen entzündete.

Der heute in Kronberg im Taunus lebende 89jährige Pensionär war 1936 der letzte von insgesamt 3 075 Fackelträgern gewesen, die erstmals das Feuer von Olympia nach Berlin gebracht hatten. "Damals war das natürlich ein unvergeßliches Erlebnis. Und auch die Neuauflage in meinem hohen Alter wird sich für immer im Kopf festsetzen", meinte der einstige Mittelstreckenläufer. Anschließend wurde das Feuer zum Roten Rathaus getragen, wo es Sportsenatorin Ingrid Stahmer offiziell in Empfang nahm. Dort soll es bis zum 26. April lodern, ehe es seinen Weg nach Amerika antritt, wo am 19. Juli in Atlanta die XXVI. Olympischen Sommerspiele eröffnet werden.

Das Feuer ist am 6. April im Panathenaischen Stadion in Athen an jene 22 Städte übergeben worden, die bisher Olympische Sommerspiele ausgetragen haben. Es soll daran erinnern, daß vor 100 Jahren die Olympischen Spiele der Neuzeit begonnen haben.

"Ich hoffe, daß sich auch die Berliner über die Ankunft der olympischen Flamme freuen, obwohl die Bewerbung der Stadt zur Ausrichtung der Spiele im Jahr 2000 mißglückt ist. Denn die Olympischen Spiele werden von einer Grundidee getragen, die Frieden und gegenseitige Achtung der Menschen beinhaltet und das, denke ich, wünschen sich auch alle unsere Bürger", sagte Ingrid Stahmer beim Eintreffen des Feuers. Berlin wird das Jubiläum mit einer Vielzahl von Veranstaltungen begehen. Foto: Reuter


Last edited: tk@rhein-zeitung.de 12.06.1998 06:33