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Aids-Forscher sind besorgt:

HIV-Anstieg bei jungen Schwulen

Vancouver (dpa) - Aids-Forscher sind über die Zunahme von HIV-Infektionen unter jungen Homosexuellen sehr besorgt. Junge Männer seien viel unvorsichtiger beim gleichgeschlechtlichen Verkehr als Homosexuelle der älteren Generation, kritisierten Experten am Montag (Ortszeit) beim elften Welt-Aids-Kongreß in Vancouver (Kanada). "Eine ganze Generation von Homosexuellen mißachtet die Warnung vor ungeschütztem Sex", meinte der holländische Psychologe John de Wit von der Universität Utrecht.

Bei seinen Studien in den USA stellte der Wissenschaftler in einigen Regionen doppelt so viele HIV-Infektionen unter jungen Homosexuellen wie unter denen der älteren Generation fest. In einer Befragung gaben 39 Prozent der Jüngeren zu, nicht immer auf geschützten Geschlechtsverkehr etwa mit Kondomen zu bestehen. Von den Homosexuellen über 30 Jahren waren es 18 Prozent.

Nach Ansicht von Michael Rekart, der zum Vorstand des Aids-Kongresses gehört, fehlt den jüngeren Homosexuellen die Abschreckung. Die älteren Männer hätten Freunde und Partner an Aids sterben sehen und ihr Verhalten daraufhin geändert, sagte er.

Das "Aids Project Los Angeles", das sich am Rande des Kongresses vorstellte, appelliert an das Selbstwertgefühl junger Homosexueller. Die Organisation betreut 5 600 Infizierte im Raum Los Angeles sowie ihre Familien und Freunde. Sie glaubt, daß viele junge Männer aus mangelndem Selbstwertgefühl und Fatalismus nicht auf Schutz beim gleichgeschlechtlichen Verkehr bestehen. Mit Werbe-Spots im Rundfunk und Fernsehen versucht die kalifornische Organisation, den jungen Homosexuellen mitzuteilen: "Schützt Euch, weil Ihr Schutz verdient und weil wir anderen Euch brauchen." Foto: Reuter


Last edited: jo@rhein-zeitung.de 12.06.1998 06:34