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. . . Sommerzeit geht zu Ende

In Deutschland gilt die europäische Sommerzeit mittlerweile seit 16 Jahren und wird einer Umfrage zufolge von drei Viertel der Deutschen positiv eingeschätzt. Dabei war die Bundesrepublik - neben Dänemark - 1980 das letzte EG-Land, das sich der in Italien und Frankreich schon seit 1966 und 1967 geltenden Regelung anpaßte. Das lange Zögern erklärt sich aus der deutschen Teilung: Bevor die DDR mitzog, wollte Bonn sich der Sommerzeitregelung der EG nicht anschließen.

Grundlage der Zeitumstellung ist in der Bundesrepublik das Gesetz über die Zeitbestimmung, kurz Zeitgesetz. Dieser Beschluß des Bundestags von 1978 löste das Gesetz von 1893 über die Einführung einer einheitlichen Zeit ab. Mit Paragraph 3 des neuen Zeitgesetzes wird die Bundesregierung ermächtigt, zur besseren Ausnutzung der Tageshelligkeit und zur Angleichung an die benachbarten Staaten die mitteleuropäische Sommerzeit einzuführen. Dies gilt per Rechtsverordnung für einen Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober.

1947 schien die Sonne noch eine Stunde länger

Obgleich sich bis heute kaum jemand merken kann, in welche Richtung der Zeiger wann gedreht werden muß, sammelten die Deutschen schon vor 80 Jahren erste Erfahrungen mit dem Vor- und Zurückstellen ihrer Uhren. Die erste Sommerzeit begann am 1. April 1916, wurde aber schon drei Jahre später wieder abgeschafft. Von 1940 bis 1949 gab es in Deutschland - zunächst kriegsbedingt - zum zweiten Mal eine Sommerzeit; im Jahr 1947 wurden die Uhren für die sogenannte "Hochsommerzeit" sogar um zwei Stunden vorgestellt.

Zuständig dafür, daß die Uhren richtigherum gestellt werden, ist in Deutschland die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig. Seit Mitte der 70er Jahre geht das automatisch: Über den Sender DCF 77 werden Signale übertragen, durch die sich die Funkuhren automatisch an die Zeitumstellungen anpassen. Wenn Braunschweig am Sonntag morgen funkt, bekommen die Frühaufsteher ihre im Frühjahr abgegebene Stunde zurück - und alle anderen können zumindest noch eine Stunde länger schlafen.


Last edited: jo@rhein-zeitung.de 12.06.1998 06:37