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KSC stoppt Talfahrt

Berger locker - Schmider poltert

Karlsruhe - Die Serie von Pleiten, Pech und Pannen hat der Karlsruher SC vorerst gestoppt. Doch das Nervenkostüm ist bei Klub-Präsident Roland Schmider arg strapaziert. Während Trainer Jörg Berger angesichts des überzeugenden 3:0 (3:0)-Sieges gegen den FC St. Pauli bei einer Tasse Kaffee locker und guten Mutes plauderte, platzte dem Vereins-Chef des Bundesliga-Absteigers nur wenige Meter weiter der Kragen.

"Es hat nie eine Diskussion um Trainer Berger gegeben. Auch nicht nach den drei Niederlagen zu Rundenbeginn. Eine Frechheit zu behaupten, ich hätte ihn zum Rapport gebeten oder ein Kreuzverhör veranstaltet", polterte der KSC-Boß. Man habe sich nach dem enttäuschenden Start lediglich zusammengesetzt und sachlich diskutiert.

Brave Lippenbekenntnisse, oder Schmiders Sinn für die Realität? Hinter den Kulissen soll nämlich nach den drei Pleiten zum Auftakt gegen Hannover, Ulm und Mainz bereits über mögliche Nachfolger für Jörg Berger, der Ende März den damals beurlaubten Winfried Schäfer beerbte, diskutiert worden sein. KSC-Kapitän Guido Buchwald wurde als Spielertrainer ins Gespräch gebracht, der vom derzeitigen Co-Trainer Rainer Ulrich unterstützt werden sollte. Davon will Berger nichts gemerkt haben: "Ich habe vom Vorstand immer den Rücken gestärkt bekommen", betonte der 53jährige Sachse.

Grund zur Euphorie besteht nicht

Nach dem ersten Sieg am Montag abend sind vorerst alle Spekulationen ad acta gelegt, was zählt ist weiterhin der direkte Wiederaufstieg. Doch Grund zur Euphorie besteht noch nicht. "Das waren drei Punkte mehr nicht", erklärte Guido Buchwald, "ich hoffe, jetzt haben alle kapiert, daß es in der zweiten Liga darum geht, Zweikämpfe zu gewinnen." Der KSC präsentierte sich im Gegensatz zu den ersten drei Partien in kämpferischer Hinsicht stark verbessert. "Es war mehr Feuer da. In Mainz hat die Mannschaft gemerkt, daß man gefressen wird, wenn man sich nicht wehrt", so Berger.

Der KSC-Coach reagierte nach der Demütigung von Mainz und setzte auf die kämpferische Komponente. Das taktische Konzept ging auf. Berger gönnte dem heftig kritisierten spanischen Spielmacher Rafael Martin-Vazquez eine Ruhepause (Berger: "Ich wollte ihn schützen!") und beorderte den laufstärkeren Danny Schwarz auf die zentrale Position.

Guie-Mien als Matchwinner

Zum Matchwinner avancierte aber der erst 20 Jahre alte Rolf Guie-Mien aus dem Kongo. Der zehnmalige Nationalspieler bereitete den ersten Treffer durch Rainer Krieg (35.) mustergültig vor, schoß das 2:0 (43.) selbst und spielte die Abwehr der Hanseaten schwindelig. "Eigentlich wäre ich gar nicht hier gewesen, denn ich hätte eigentlich am Sonntag ein Länderspiel gegen den Tschad bestreiten müssen. Doch ich habe keinen Flug mehr bekommen", so Publikumsliebling Guie-Mien. Es scheint, als sei das Glück zum KSC zurückgekehrt.
Ulrike Lange - Foto: dpa
Geändert am 18. August 1998 15:59 von jp
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