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Grußkarten


1: Oh Ruinen!

2: Loreley-lei-lei

3: Chef Brentano

4: Bettine - fliege!

5: Goethes Lust

6: Liebestod

7: Wilder Schlegel

8: Vicomte Hugo

9: Liebe Revoluzzer

10: Dichterkönigin

11: ...und Gesang

12: Strom-Mythos


5: Das Reisen war des Goethes Lust

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Drei Männer hoch überm Rhein: Freiherrn vom und zum Stein (M.) war Goethe (re.) und Chefklassiker Joseph Görres (li.) bei einem Frühstück auf der Karthause. Das Gemälde von Robert Gerstenkorn entstand 1935.

Goethe was here - das ist schon ein geflügeltes Wort. Eigentlich war er allüberall, ein Leben lang unterwegs. Für den Sohn Frankfurts lag der Rhein vor der Haustür. Und so sah man ihn denn häufig im damals entdeckten Flusstal. Oder auch im Winkeler Haus der Brentanos. Goethe, in frühen Jahren romantisch angehaucht, was eben here.

Die erst durch Clemens Brentano & Co. popularisierte landschaftliche Schönheit des Rheintals hat den Zeichner Goethe fasziniert. Bevor er Ende September 1772 seine Zeit als Praktikant am Reichskammergericht von Wetzlar abschloss und wieder an den Main ging, wanderte der Stürmer und Dränger ("Die Leiden des jungen Werthers") zunächst das Lahntal hinab.

"Geistesgruß an die Burgruine Lahneck

Per Kahn ging's von Ems aus Richtung Rhein. Sein Auge schwelgte "in Betrachtung der Nähen und Fernen, der bebuschten Felsen, der sonnigen Wipfel, der thronenden Schlösser und der aus der Ferne lockenden blauen Bergreihen." "Herrlich und majestätisch" empfand er Schloss Ehrenbreitstein, wo er mit Autor/Publizist Merck bei der Familie La Roche (Treffpunkt für Dichter und Denker) Station machte. Von dort führte die Reise nach Mainz. "So genossen wir mit Muße der unendlich mannigfaltigen Gegenstände, die, bei dem herrlichsten Wetter, jede Stunde an Schönheit zuzunehmen scheinen", so der Rheinbegeisterte.

Zwei Jahre später folgte dann die berühmte "Geniereise". Im Hochsommer machten sich Goethe, Lavater (Schweizer Theologe und Begründer der Physiognomik) und Pädagoge Basedow auf. Der Burgruine Lahneck widmete der studierte Jurist einen "Geistesgruß" und freute sich, "den herrlichen Rhein wiederzusehn". Zur Revolutionszeit, 1792/93, weilte er in Mainz.

Goethe genoss Rheinwein in vollen Zügen

20 Jahre später dann entwickelte der Geheimrat eine besondere Liebe zum fünf Kutschenstunden von der Geburtsstadt entfernten Rheingau. Von Wiesbaden aus, wo der renommierte Autor kurte, führte die Reise zum Landgut der Brentanos nach Winkel. Der ehrwürdige Herr (65), also gerade im besten Rentenalter, ließ sich gerne wie intensiv bewirten, genoss Rheinwein in vollen Zügen und unternahm Ausflüge nach Schloss Johannisberg, Eltville, zur gräflichen Brömserburg in Rüdesheim oder nach Bingen. Dort besuchte der Literat und Lebemensch im August 1814 das Sankt- Rochus- Fest - es wurde später beschrieben. Hier die Einleitungsverse zum Text:

     "Zu des Rheins gestreckten Hügeln,/Hochgesegneten Gebreiten, Auen, die den Fluß /bespiegeln, weingeschmückten Landesweiten/Möget, mit Gedankenflügeln, Ihr den treuen Freund begleiten."     

Drei Mal, für insgesamt fünf Monate, weilte er im "übermäßig schönen Rheingau". Und noch einmal machte Goethe Station am Rhein - im Juli 1815 (siehe Foto), Das Reisen war des Goethes Lust. Sein Verhältnis lässt sich ganz und gar nicht auf die 1830 von ihm formulierte Formel "Klassisch ist das Gesunde, romantisch das Kranke" bringen.

Goethes Romantik-Connections zu Lord Byron

Mit den Schlegels, Schelling, Tieck, Arnim und Brentano stand der Chef- Klassiker in Verbindung. Erst die religiös- katholosierenden, sinnlichen und mystischen Bestrebungen der Gefühlsbewegung trennten den Kopfmenschen von den Fantasten. Seine Märchendichtungen, der "West- östliche Divan", die Freundschaft zu den Brüdern Grimm, die Verehrung für Lord Byron zeugen von Goethes Romantik- Connections. Auch die Landschafts- und Volksfestbeschreibungen im "Sankt- Rochus- Fest zu Bingen" unterstreichen den romantischem Einfluss. Und natürlich: seine Liebe zum Rhein.

Wolfgang Kroener


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Zuletzt geändert am 19. Maerz 2002 13:08 von tea

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