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Weniger Kopfzerbrechen, aber: auf das Kleingedruckte achten!

Geschenkgutschein birgt Tücken

Geschenke machen nicht nur Freude. In der Vorweihnachtszeit bereiten sie so manchem vor allem Kopf­zer­bre­chen: Denn für einige Freunde, Ver­wandte und Kol­legen scheint es schier unmög­lich, das Pas­sende zu finden. Immer mehr Men­schen greifen deshalb zu Gut­schei­nen. Doch das schein­bar immer pas­sende Geschenk birgt auch Tücken für Ver­brau­cher.

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Mit dem Einlösen nicht zu lange warten: Viele Gut­scheine ent­hal­ten eine klare Befris­tung.

Weihnachts­geschenk-Gutscheine werden für einen Geld­betrag nach Wunsch in vielen Geschäf­ten aus­gestellt und können nach dem Fest ein­gelöst werden. Wie viele Gut­scheine jedes Jahr ver­kauft werden, hat der Haupt­ver­band des Deut­schen Ein­zel­han­dels (HDE) in Berlin nicht errech­net. Doch allein der Ein­kaufs­zen­tren-Be­trei­ber ECE in Hamburg mit deutsch­land­weit 7600 Geschäf­ten rechnet in diesem Jahr mit mehr als 1,5 Mil­lio­nen ver­kauf­ten Gut­schei­nen. Im Vorjahr waren es nur 1,4 Mil­lio­nen. «Alle Alter­sstu­fen und Schich­ten nutzen gerade zu Weih­nach­ten in unseren Centern die Gut­schei­ne», sagt ECE-Spre­cher Robert Hei­nemann.

Fris­ten beach­ten

Doch das schein­bar immer pas­sende Geschenk birgt Tücken für Ver­brau­cher. Ent­gegen land­läu­figer Meinung sind Gut­scheine nicht unbe­grenzt gültig. Auf vielen Schei­nen ist im Klein­gedruck­ten eine klare Befris­tung ent­hal­ten. «Eine Frist­set­zung ist durch­aus üblich und zuläs­sig. Das ist kein Grund zur Bean­stan­dung», sagt die Rechts­anwäl­tin Uta Röttger von der Ver­brau­cher­zen­trale Ham­burg. «Das ent­spricht der all­gemei­nen Ver­trags­frei­heit.»

Wie lange die Gut­scheine ihre Gül­tig­keit min­des­tens behal­ten müssen, hat der Gesetz­geber nicht fest­gelegt. «Es gibt aber Gerichts­urteile, nach denen etwa für einen Kino­gut­schein eine Gül­tig­keits­dauer von einem Jahr zu kurz ist», erklärt Rött­ger. Selbst wenn auf dem Gut­schein kein Ablauf­datum fest­geschrie­ben ist, muss der Händler ihn nur inner­halb von drei Jahren ein­lösen. In den Augen der Ver­brau­cher­schüt­zer ist das recht und billig. «Man muss dem Händler das Recht zubil­ligen, irgend­wann aus der Ver­pflich­tung ent­las­sen zu wer­den».

Aus­wahl beach­ten

Zu Pro­ble­men kommt es häufig, wenn in einem Geschäft nichts Schönes zu finden ist. Etwa wenn die Oma einen Gut­schein für den Modell­eisen­bahn­laden ein­lösen soll oder der Kollege nichts mit dem Gut­schein der Par­füme­rie anzu­fan­gen weiß. «Kaufen Sie wirk­lich nur da einen Gut­schein, wo sie sicher sind, dass der Beschenkte dort richtig gerne kauft», rät die Anwäl­tin. Zu einer Aus­zah­lung der vollen Höhe des Gut­scheins in Euro und Cent ist ein Händler nämlich nicht ver­pflich­tet. Öffnet er die Kasse doch, so ist das reine Kulanz.

«Der Kunde hat hier nicht einfach ein Rück­gabe­recht. Es ist ein Vertrag geschlos­sen und an einem Gut­schein kann kein Mangel sein, der ja sonst zu einem Ver­trags­rück­tritt berech­tigen kann», sagt Rött­ger. Auch Rest­beträge bei teil­weise ein­gelös­ten Gut­schei­nen müssen nicht ohne wei­teres aus­bezahlt wer­den.

Aus dem im Bür­ger­lichen Gesetz­buch (BGB) fest­geleg­ten Grund­satz von Treu und Glauben leitet die Ver­brau­cher­zen­trale für den Kunden aber das Recht ab, einen Gut­schein in meh­reren Etappen ein­zulö­sen. «Wenn die Summe nicht ganz aus­geschöpft ist, sind wir der Mei­nung, dass ein Anspruch auf einen neuen Gut­schein über die Rest­summe besteht».

"Hin­ter­tür" beach­ten

Falls nun der Beschenkte gar nichts finden kann, ist guter Rat teuer. Doch das BGB lässt eine Hin­ter­tür offen. «Der Händler darf das gesamte Geld nicht einfach in die Tasche ste­cken, ohne dem Kunden einen Gegen­wert zu lie­fern», erklärt Jurist Matt­hias Wins von der Neuen Ver­brau­cher­zen­trale in Meck­len­burg und Vor­pom­mern in Rostock. «Das wäre dann unge­recht­fer­tigte Berei­che­rung.» Inner­halb von drei Jahren nach dem Kauf des Gut­scheins muss der Händler dem Kunden Geld erstat­ten, jedoch nicht die volle Summe, für die der Gut­schein gekauft wur­de.

«Der Händler darf auf jeden Fall seine Kosten abzie­hen, zum Bei­spiel wenn er einen schönen Schmuck­gut­schein aus­gege­ben hat, den er ja auch kaufen muss», erklärt Wins. Der Geschäfts­inha­ber darf zudem für den ent­gan­genen Gewinn Geld zurück halten. Bis zu zehn Prozent Abzug vom Nenn­wert des Gut­scheins hält der Anwalt für akzep­tabel. «Wenn der Händler mehr ein­behal­ten will, muss man aber gegen­hal­ten und ver­han­deln», rät Wins. Sch­ließ­lich wolle das Geschäft auch in Zukunft noch einmal etwas an den Kunden ver­kau­fen.

Ver­jährung beach­ten

Wenn mehr als drei Jahre nach dem Kauf des Gut­scheins ver­stri­chen sind, greift die gesetz­liche Ver­jährung. Dann muss nichts mehr erstat­tet und nichts mehr ein­gelöst werden: Der Gut­schein wird wert­los. Das gleiche gilt, wenn das Geschäft, das den Gut­schein aus­gege­ben hat, Pleite ist. «In der Regel gibt es hier keine Chance, einen Cent des Gut­schein­wer­tes wieder zu sehen», sagt Wins. «Kon­kurs heißt für den Gut­schein­käu­fer Total­ver­lust.»

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