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Weih­nachts­fest birgt Gefah­ren für den See­len­frie­den

Wohin mit schreck­lichen Geschen­ken?

Kaum ein Ereig­nis birgt so viele Gefah­ren für den See­len­frie­den wie das Weih­nachts­fest. Da sind der ver­krüp­pelte Tan­nen­baum oder der fast obli­gato­rische Fami­lien­streit. Und dann sind da auch noch die Geschen­ke.

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Klei­ner Tipp: Weg­wer­fen ist die falsche Reak­tion!

Sie lassen beim Auspa­cken so manche Miene ver­stei­nern. Was tun mit der kit­schi­gen Vase oder dem häss­lichen Pulli? Fassung bewah­ren ist das höchste Gebot. «Auf keinen Fall sollte man dem Schen­ker gleich ins Gesicht knal­len, dass einem das Geschenk nicht gefäll­t», rät die Frei­bur­ger Benimm-Exper­tin Eli­sabeth Bon­neau. Sch­ließ­lich über­rei­che jemand ein Geschenk, um den Glanz in den Augen des Beschenk­ten zu sehen. Bleibt der aus, merken es viele ohne­hin. Trotz­dem emp­fiehlt Bon­neau, sich erstmal höflich zu bedan­ken: «Man braucht nicht in Jubelstürme aus­zubre­chen, sondern kann eini­ger­maßen neutral blei­ben, indem man etwa sagt: Das ist aber lieb von Dir.»

Auch die Bie­lefel­der Kom­muni­kati­ons­trai­nerin Inge Wolff emp­fiehlt, die Situa­tion abzu­wägen: «Be­komme ich von einem Geschäfts­part­ner einen häss­lichen Kalen­der, ist es völlig unan­gemes­sen und über­flüs­sig zu sagen, dass er einem nicht gefäll­t.» Anders gela­gert ist die Situa­tion aller­dings, wenn das Geschenk von einem nahe ste­hen­den Men­schen kommt. «Sage ich nichts, laufe ich Gefahr, die nächs­ten 30 Jahre etwas ähnlich Schreck­liches zu bekom­men.»

"Ich-Bot­schaf­ten"

Des­wegen setzt Inge Wolff wie in vielen anderen Situa­tio­nen auf die viel beschwo­renen «Ich-Bot­schaf­ten». Nachdem man etwas nettes gesagt habe, könne man bei­spiels­weise vor­sich­tig anmer­ken: «Ich hab mir da etwas anderes vor­gestellt» oder «Mir steht die Farbe nicht so gut», rät Wolff. Daran könnte sich ruhig das Angebot ansch­ließen, dass man das Präsent gemein­sam umtauscht. Trotz­dem besteht die Gefahr, dass man den anderen ver­letzt. Daher sind auf jeden Fall Fein­gefühl und genaues Abwägen von nöten.

«Wenn mir eine gute Freun­din wie­der­holt etwas Unpas­sen­des oder Häss­liches schenkt, kann man sie schon vor­sich­tig darauf hin­wei­sen», ist Benim­mex­per­tin Lucia Bleuler aus Zürich über­zeugt. Glei­ches gelte für den eigenen Ehe­mann, der über Jahre hinweg das falsche Parfüm schenkt. Sie rät daher, vor dem Fest Vor­lie­ben und Wünsche zu for­mulie­ren.

Aus Höf­lich­keit den röhren­den Hirsch auch noch über das moderne Leder­sofa zu hängen und die Vase auf den Tisch zu stel­len, wenn sich der Schen­ker zum Besuch ange­mel­det hat, halten die Fach­frauen für Umgangs­for­men für unge­schickt. «Ers­tens kann die Tante auch mal unan­gekün­digt kommen und zwei­tens läuft man auch dann Gefahr, dass der Schen­ker glaubt, das Präsent sei gut ange­kom­men», erklärt Bon­neau. Ima­gebe­rate­rin Bleuler ist da mode­rater: «Man kann das Bild beim nächs­ten Besuch ja nur an die Wand stel­len.» Damit ver­deut­liche man, dass es keinen geeig­neten Platz gebe.

Auf den Akt des Schen­kens kommt es an

Ins­gesamt plä­diert auch Eli­sabeth Bonneau für Zurück­hal­tung: «Es kommt schließ­lich auf den Akt des Schen­kens an, nicht auf den Ver­wen­dungs­zweck.» Letz­teres lässt sich aller­dings doch varia­bel gestal­ten. «Pra­linen oder irgend­wel­che Alko­holika lassen sich leicht weiter ver­schen­ken, ohne dass es auf­fäll­t», sagt Inge Wolff. Auch bei einer CD oder einem Buch sei es relativ pro­blem­los - vor­aus­gesetzt, es steht keine Widmung drin.

All­gemein aber raten die Exper­tin­nen vom Wei­ter­ver­schen­ken ab. «Bei indi­vidu­ellen Geschen­ken ist das immer ein gefähr­liches Spiel, weil es leicht her­aus­kom­men kann und dann wird es erst richtig pein­lich», erläu­tert Wolff. Bonneau hält es dann für besser, die Gabe ganz offen weiter zu schen­ken, dann aber nicht als eigenes Geschenk sondern mit der Frage: «Möch­test du es haben? Ich kann es nicht so gut gebrau­chen.» Auch Geschenk-Tausch­bör­sen, die in vielen Städten bereits an den Fei­erta­gen ange­boten werden, hält Wolff für keine gute Alter­native. «Dann bin ich schon eher für Ehr­lich­keit.»

Aktion "Zwei­mal Weih­nach­ten"

Für ange­mes­sen halten es die Benimm-Exper­tin­nen, ein Umtausch-Ange­bot auch anzu­neh­men: «Wer das sagt, meint es in der Regel auch ernst», sagt Bon­neau. Und Wolff rät ide­enlo­sen Schen­kern gleich zu einem Gut­schein, den mitt­ler­weile zahl­rei­che Geschäfte anbie­ten, den man aber auch selbst basteln kann. «Damit dieses Geschenk nicht allzu lieblos und unper­sön­lich ist, sollte man ihn aber ein wenig auf­pep­pen und nett ver­packen», sagt die Bie­lefel­derin.

Um­tausch, Rück­gabe oder Kritik von und an Geschen­ken sind in Deutsch­land laut Inge Wolff ein Tabu. Bei öffent­lichen Talk-Run­den, etwa im Fern­sehen, ist es schwie­rig, Betrof­fene zu finden, die sich dazu äußern. Die Schwei­zer gehen damit etwas locke­rer um: «Bei uns gibt es die Aktion "Zwei­mal Weih­nach­ten"», so Bleu­ler. Beson­ders Kinder geben nach Weih­nach­ten ihre nicht gewünsch­ten Geschenke bei der Post ab, und die leitet sie dann an Bedürf­tige wei­ter.

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